Schule und Bildung

Schul- und Sportzentrum Im Kirchrain

Mit der Einweihung der Hauptschule Im Kirchrain am 18. September 1971 wurde der erste Bauabschnitt des von der Gemeinde bereits in den 60er Jahren konzipierten „Schul- und Sportbereichs Warnenberg“ verwirklicht. Die Nachbarschaftshauptschule, die seit 1. September 2010 den Status einer Werkrealschule neuen Typs hat, besuchen nicht nur Schüler aus Oberboihingen sondern auch aus den Nachbarorten Reudern und Zizishausen. 1975 wurde die Sporthalle Im Kirchrain eingeweiht. Seit dem Umzug der Grundschule von der Alten Schule am Bahnübergang in den 2. Bauabschnitt der Schule Im Kirchrain im Jahr 1986 war die Grund- und Hauptschule Oberboihingen wieder unter einem Dach vereint. Aufgrund des kontinuierlichen Anstiegs der Einwohner- und Geburtenzahl und des Zuzugs junger Familien nach Oberboihingen hat sich die Schulraumsituation immer mehr zugespitzt. Deshalb hat die Gemeinde in einem 3. Bauabschnitt einen Erweiterungsbau für die Grundschule mit 5 Klassenzimmern und einem Lehrmittelraum gebaut, der im September 1998 eingeweiht wurde. Da die Kapazität in der Sporthalle nicht mehr ausreichten, um den Bedarf für den Schul- und Vereinssport zu decken, entschloss sich die Gemeinde zum Bau einer zweiten Sporthalle. Die neue Ballspielhalle im Warnenberg, die an die bestehende Sporthalle angebaut ist, wurde nach einer Bauzeit von einem Jahr mit einem Sportwochenende 30.01.-01.02.2004 offiziell eingeweiht. Damit verfügt Oberboihingen über ein modernes Schul- und Sportzentrum mit der Grund- und Hauptschule sowie zwei Sporthallen.

Das Schulwesen in Oberboihingen – Gestern und heute

Von den Anfängen der Schule, etwa um 1600 bis 1747 wurde der Unterricht in Oberboihingen lange Zeit in der Wohnung des Schulmeisters abgehalten. Dann kaufte die Gemeinde eine eigene Schulstube. Als sich aber immer mehr Eltern bereitfanden, ihre Kinder zur Schule zu schicken, entschloss sich die Gemeinde dazu, 1842 ein Schulhaus auf dem Platz der alten Schmiede (heutiger Dorfplatz) zu errichten.
Aber schon nach 70 Jahren war das Haus wiederum zu klein und so ging man 1911 daran, ein für die damalige Zeit sehr großes Schulhaus beim Bahnübergang an der Nürtinger Straße zu bauen. Diesmal sollte es für „ewige Zeiten“ ausreichen. Wer hätte sich damals träumen lassen, dass diese „ewigen Zeiten“ nur 75 Jahre dauern würden.

Bedingt durch das nach 1945 rasche Bevölkerungswachstum sind auch die Schülerzahlen rapide angestiegen, so dass in Oberboihingen erneut akute Schulraumnot auftrat.

Mit dem Anstieg der Schülerzahlen einher ging eine Reduzierung der Klassenstärken, so dass für die zusätzlichen Schulklassen ebenfalls nach Räumlichkeiten gesucht werden musste. Die im Laufe der Jahre als provisorische Klassenzimmer benutzten Räumlichkeiten konnten nur eine Übergangslösung zur Überbrückung der akuten Raumnot sein, bis die Schulraumprobleme auf Dauer durch einen Neubau behoben sein würden.

Mit der Ausweisung des Schul- und Sportgeländes „Warnenberg“ hat die Gemeinde in den 70er Jahren die Weichen für einen längerfristig zu realisierenden Schul- und Sportkomplex gestellt.

Ein erster Schritt zur dauerhaften Behebung der Schulraumnot gelang der Gemeinde mit dem Bau der Hauptschule „Im Kirchrain“, die am 18. September 1971 eingeweiht wurde.

Seinerzeit hat die Gemeinde Oberboihingen mit der damaligen Gemeinde Reudern einen Vertrag über eine Nachbarschafts-Hauptschule abgeschlossen. Außer den Schülern aus Oberboihingen und Reudern mussten auch die Hauptschulklassen 7, 8 und 9 aus Unterensingen und Zizishausen aufgenommen werden, so dass die zehn Klassenräume gleich voll belegt waren. Die Grundschule blieb zunächst im alten Schulgebäude am Bahnübergang an der Nürtinger Straße.

Bereits zu dieser Zeit hat die Gemeinde die spätere Verlegung der Grundschule anvisiert, nachdem schon 1962 das Oberschulamt drei Klassenräume in der alten Schule wegen den durch die vorbeiführende Bahnlinie und die L 1250 hervorgerufenen Immissionsbelastungen nicht mehr zugelassen hat. Nachdem in zunehmendem Maße Mängel an dem Gebäudeveteran aus dem Jahr 1911 sichtbar wurden, hat der Gemeinderat 1979 auf die dringend erforderliche Generalsanierung der alten Schule verzichtet und sich für den Anbau eines Grundschultraktes an der Hauptschule „Im Kirchrain“ entschieden. Mit dem Bau der 36 x 21 m großen Sporthalle „Im Kirchrain“, die 1975 ihrer Bestimmung übergeben wurde, konnte der Bedarf für eine dringend benötigte Turnhalle für den Schulsport, aber auch für den Vereinssport gedeckt werden.

Am 23. Mai 1984 beschloss der Gemeinderat, an das bestehende Hauptschulgebäude einen Grundschultrakt mit acht Klassenräumen sowie ein weiteres Klassenzimmer für die Hauptschule anzubauen. Darüber hinaus erfolgten verschiedene Umbaumaßnahmen im Lehrer- und Verwaltungsbereich. Nach fast genau 1 ½ jähriger Bauzeit konnte der Grundschul-Neubau am 11. April 1986 offiziell eingeweiht werden.

Die Zeit der Behelfsräume, der Wanderklassen und der verkehrsbedingten Lärmbelästigung ging damit zu Ende. Mit dem Umzug der Grundschule in den Neubau „Im Kirchrain“ ging ein Kapitel Oberboihinger Schulgeschichte zu Ende, denn das stattliche Schulhaus am Bahnübergang, das im Jahre 1911 für, wie man damals glaubte „ewige Zeiten“ gebaut wurde, hat somit genau 75 Jahre lang als Stätte des Lernens gedient, in der den Oberboihinger Schulkindern das Einmaleins und die deutsche Rechtschreibung beigebracht wurden.