Verleihung der Staufermedaille an Georg Adam

Mit der Staufermedaille in Silber wurde der Oberboihinger Georg Adam am 11. April 2017 ausgezeichnet. In feierlicher Runde mit vielen Gästen nahm er die Ehrung, übergeben von Landrat Heinz Eininger, im Sitzungssaal des Rathauses entgegen.

Die Staufermedaille ist eine persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten für Verdienste um das Land Baden-Württemberg und seiner Bevölkerung. Im Auftrag von Ministerpräsident Winfried Kretschmann übergab Landrat Eininger die Medaille.
In der Laudatio würdigte er, dass Adam seit Jahrzehnten in vielen Bereichen des Ehrenamts tätig ist.
 
Adam investierte stets viel Zeit, Energie und Ideen in seine Projekte. So auch in seiner Zeit im Oberboihinger Gemeinderat von 1980 bis 1999, in der er an maßgeblichen und grundlegenden Weichenstellungen beteiligt war, die die Entwicklungen der Gemeinde maßgeblich bestimmt haben.
 
Außerdem hat er sich über viele Jahre nach Kräften engagiert. Er setzte sich für das Gemeinwesen und seine Bürgerinnen und Bürger ein. Er setzte sich besonders in den Bereichen Kultur, Denkmalpflege und Inklusion ein und wirkte maßgeblich daran mit, dass der Hohentwiel in den 1970er Jahren nicht abgebrochen, sondern denkmalgerecht saniert wurde und heute nicht nur das älteste Pfarrhaus im Landkreis Esslingen ist, sondern auch dem Dorfplatz einen unverwechselbaren Rahmen für Veranstaltung gibt. Die von Adam mitgegründete Bürgerinitiative „Hohentwiel“ hatte sich damals massiv für den Erhalt eingesetzt. Ein neues Kapitel in der wechselvollen Geschichte des „Hohentwiels“ wurde 2010 aufgeschlagen, als Friedemann Wezel, Professor für Violine an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig, gemeinsam mit seiner Partnerin Dietlind Mayer ein Kirchenkonzert in Oberboihingen gab, sich beide spontan in das Haus verliebten, es schließlich von der Gemeinde erwarben und erneut sanierten. Gerade deshalb war es sehr passend, dass Wezel den festlichen Akt musikalisch umrahmte. Er spielte auf seiner Violine drei Sätze aus Johann Sebastian Bachs „Partita Nr. 1“.
 
Des Weiteren engagierte sich Herr Adam für den denkmalgeschützten Bahnhof und den Alten Friedhof, deren Sanierung kurz bevor steht bzw. bereits läuft. Der Schäfer- und der Weihnachtsmarkt und die einmaligen Konzerte oder Konzertreihen wie das Boogie-Woogie-Konzert sind Großveranstaltungen, die von Adam federführend organisiert wurden. Der Handicap-Basar, das integrative Fußballturnier oder die Initiative um den Bürgerbus führen diese Reihe fort. Er ist kein Mann großer Worte, der um sein Engagement großes Aufsehen macht und sich in den Vordergrund drängt betonte Bürgermeister Hooge. Er machte in seinen Grußworten deutlich, dass es nicht selbstverständlich ist, dass sich ein Mensch für andere oder das Gemeinwohl engagiert. Adam rede nicht nur, fordere nichts von anderen, sondern handelt stets selbst. Er setzte immer wieder sein sehr umfangreiches Netzwerk ein und sorgte mit Aktionen, Veranstaltungen, Werbemaßnahmen und Sponsoring auch für eine Mitfinanzierung der Projekte. Das alles verdiene Respekt, Dank und Anerkennung. In der heutigen Zeit werde ein Mensch, wie Adam, auch als „local hero“ bezeichnet.
 
Vieles von dem, was den Ort Oberboihingen lebendig und lebenswert macht, beruht auf den Ideen und Aktivitäten seiner Bürgerinnen und Bürger. Bürgermeister Hooge betonte, dass bürgerschaftliches Engagement allen zugutekommt und es Lebensqualität bringt. Deshalb sei er froh, dass es in Oberboihingen um die Kultur des bürgerschaftlichen Engagements gut bestellt ist.
 
Der Rathauschef gratulierte zur Verleihung der Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg im Namen des Gemeinderates der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und der Bürgerschaft recht herzlich.
 
Neben Adam steht auch seine Frau Marianne Adam, die stets hinter ihrem Ehemann gestanden hat und ihn unterstützte. Landrat und Bürgermeister bedankten sich auch bei ihr und übergaben ihr frühlingshafte Blumengrüße.
 
Für die Behindertenförderung Linsenhofen ergriff Jutta Riempp, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende, das Wort. Sie würdigte seine Taten und brach hervor, dass es ein geht nicht bei Adam nicht gibt. Er sei ein hartnäckiger Team-Player, der von der Idee bis zur Umsetzung stets harte Arbeit investiert. Die Behindertenförderung bedankte sich bei Adam herzlich und sehr persönlich. Einige Mitglieder der Einrichtung übergaben kleine Geschenke, Selbstgebasteltes und Gereimtes.

Die Feierstunde rundeten Getränke und kleine Snacks ab, die von der Behindertenförderung Linsenhofen im hauseigenen Café zubereitet wurden.