Wasserversorgung

Oberboihinger Trinkwasser unterliegt großen Schwankungen bei der Wasserhärte

Nach der Trinkwasserverordnung muss das Oberboihinger Trinkwasser pro Jahr vier Mal routinemäßig auf Verunreinigungen wie Coliforme Bakterien, E. Coli, Koloniezahlen bei 22 und 36° C, Enterokokken und Clostridien untersucht werden. Die Gemeinde Oberboihingen lässt aus Sicherheitsgründen sogar acht Proben nehmen, nämlich je zwei Proben im Quartal an verschiedenen Entnahmestellen. Hinzu kommt noch die jährliche periodische Untersuchung mit dem Grundmessprogramm. 2018 waren wieder sämtliche vom Zentrallabor der EnBW analysierten Proben nicht zu beanstanden.

Um diese Reinheit sicherzustellen wird dem Eigenwasser in geringfügigen Mengen Chlor zugegeben. Dieses verschwindet auf dem Weg zum Verbraucher fast vollständig. Es ist selten, dass ein Chlorgeruch beim Aufdrehen des Wasserhahns noch wahrgenommen wird. Wenn dies hin und wieder der Fall sein sollte, ist das gesundheitlich völlig unbedenklich, denn die Menge ist sehr gering. Auch der morgendliche Kaffeegenuss wird dadurch nicht beeinträchtigt, denn das Chlor verflüchtigt sich vollends durch die Erhitzung des Wassers.
Die Urankonzentration im Rohwasser (Brunnen) lag 2018 mit 0,95 µg/l ebenfalls wesentlich unter dem empfohlenen Grenzwert von 10 µg/l. Oberboihingen liegt nicht in einem Risikogebiet. Die Prüfergebnisse erhalten Sie hier (268,7 KiB) ...

Die Gemeinde fördert aus dem Grundwasserbrunnen beim Sportplatz pro Jahr ca. 205.000 cbm Eigenwasser. Hinzu kommen noch ca. 48.000 cbm (19 %) Bodenseewasser, das im Hochbehälter beim Friedhof mit dem Eigenwasser gemischt wird.
Das Bezugsrecht bei der Bodensee-Wasserversorgung dient der Sicherstellung der Wasserversorgung bei etwaigen Verunreinigungen des Brunnens und der Qualitätsverbesserung.

Da die Hauptleitung vom Brunnen zum Hochbehälter nicht vom Ortsnetz getrennt ist, ändert sich je nach Verbrauch das Mischungsverhältnis beim Endverbraucher ständig. Und aus diesem Grund schwankt auch der Härtegrad des Mischwassers. Das Eigenwasser hat einen Härtegrad von ca. 3,84 Millimol Calciumcarbonat je Liter bzw. 22,0° dH (deutsche Härte) nach alter Bezeichnung und das Bodenseewasser von ca. 1,6 Millimol Calciumcarbonat oder 9° dH. Der Härtegrad des Mischwassers müsste somit bei ca. 3,21 – 3,75 Millimol Calciumcarbonat oder 18 bis 21°dH liegen und ist dem Härtebereich "hart" gemäß dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz zuzuordnen. Diese Zahl ist wichtig für die Dosierung des Wasch- und Spülmittels – siehe Angaben auf den Verpackungen!

Bei Probenahme im Kindergarten Kirchrain wurden nur 2,41 und 2,79 Millimol bzw. 13,6° und 15,7° dH gemessen, am Bauhof beim Neckar dagegen 4,07 Millimol bzw. 22,9° dH!.

Durch weitere Messungen wurde festgestellt, dass die Schwankungen im Ortsnetz doch größer sind als bisher vermutet. Es können deshalb zur Wasserhärte im jeweiligen Gebiet keine genauen Angaben gemacht werden. Bitte orientieren Sie sich an den vorgenannten Angaben!

Härtebereiche neu

  • weich weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (8,4°dH)
  • mittel 1,5 bis 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (8,4 bis14°dH)
  • hart mehr als 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (über 14°dH)

Der Pro-Kopf-Verbrauch einschl. Gewerbe lag 2012 etwas niedriger bei 40 cbm / Jahr oder 110 Liter / Tag.
2012 ergab sich, insbesondere durch Rohrbrüche, ein Wasserverlust von ca. 24.400 cbm (10,2 %). 1995 z. B. lag dieser noch bei ca. 70.000 cbm (23 %), also mehr als das Doppelte! Man kann über diesen größeren Vergleichszeitraum erkennen, dass sich die Erneuerungen der Wasserleitungen in vielen Ortsstraßen bezahlt machen und zudem deutlich weniger Wasser aus dem Grundwasser entnommen werden muss.

(Tel. Bereitschaft Wasserrohrbruch 0172 / 7141700)

Weitere Fragen zum Trinkwasser beantwortet unser Ortsbaumeister Herr Hartmann (Telefon: 07022 / 6000 -33).

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